©-jd-photodesign-Fotolia_36596508_Subscription_Monthly_XLTabuthema Inkontinenz 

Nach neuesten Schätzungen leben allein in Deutschland insgesamt etwa acht Millionen Menschen mit einer behandlungs- oder versorgungsbedürftigen Harninkontinenz (umgangssprachlich: Blasenschwäche) und ihre Zahl nimmt ständig zu. Am häufigsten betroffen sind Frauen, dabei ist das Alter nicht einmal entscheidend.

Denn die Ursachen sind vielfältig: Junge Frauen leiden oft während oder nach der Schwangerschaft an einer Blasenschwäche – sie kann als Folge sogar erst Jahre später auftreten. Auch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren, Übergewicht, verschiedene Erkrankungen oder Operationen können eine solche Blasenschwäche nach sich ziehen.

Die häufigste Form der Inkontinenz bei Frauen ist die sogenannte Belastungs- oder Stressinkontinenz
Der Schließmechanismus der Harnröhre funktioniert nicht mehr einwandfrei. Es passiert beim Lachen oder Husten, beim schweren Tragen oder beim Sport – plötzlich beginnt sich die Blase zu entleeren – ungewollt und ohne Chance, dies zu verhindern. Grund dafür ist häufig eine schwache Beckenbodenmuskulatur.

Blasenschwäche ist keine lebensbedrohliche Erkrankung. Sie beeinträchtigt jedoch nachhaltig das körperliche und seelische Wohlbefinden und bedeutet einen Verlust an Lebensqualität. Neueste Untersuchungen haben ergeben, daß nicht einmal die Hälfte aller betroffenen Frauen darüber mit Ihrem Arzt spricht. Inkontinenz ist zu unrecht in der Öffentlichkeit immer noch ein Tabuthema und wenig präsent.

Was können Sie tun?

Nachdem es verschiedene Formen der Inkontinenz (Belastungs-, Stress-, Dranginkontinenz, etc.) gibt, muss zunächst Ihr Arzt mit Ihnen klären, um welche Art der Inkontinenz es sich bei Ihnen handelt. Auch wenn Sie nicht gerne über das Thema sprechen, ist dieser Schritt wichtig, um Ihr Problem entscheidend in den Griff zu bekommen.

Vertrauen Sie sich also unbedingt Ihrem Arzt an. Nur er kann die Krankheitsursache abklären, die richtige Diagnose stellen und Ihnen zu der richtigen Behandlung raten.

In fast der Hälfte aller Fälle tritt – besonders bei Frauen – das Problem als sogenannte Belastungsinkontinenz auf. Das gezielte Beckenbodentraining gehört hier in den meisten Fällen zur ersten Therapiewahl.

Sie können sich auf den Arztbesuch vorbereiten, indem Sie einige wichtige Informationen vorher für sich zusammenfassen:

  • Seit wann haben Sie ein Problem mit ungewolltem Harnverlust ?
  • Wie häufig tritt das Problem durchschnittlich in der Woche/am Tag auf ?
  • Welche Menge Harn verlieren Sie dabei ungefähr ?
  • Bei welcher Gelegenheit passiert es – beim Husten, Niesen oder Lachen, bei körperlicher Belastung oder bei anderer Gelegenheit?
  • Wie oft müssen Sie täglich auf die Toilette ?
  • Haben Sie das Problem auch im Schlaf ?
  • Wie oft täglich verspüren Sie Harndrang ?